Europas Grüne Hauptstadt 2010
Stockholm Vorzeigestadtteil Hammarby Sjöstad
Vorzeigestadtteil Hammarby Sjöstad
© Victoria Henriksson

Ab 2010 wird die EU jedes Jahr „Europas Grüne Hauptstadt“ auswählen. Kriterien für die Auswahl sind nachweisbare, langjährige Erfolge beim Erreichen hoher Umweltstandards. Des Weiteren sollte die ausgewählte Stadt ambitionierte zukünftige Ziele für die umweltgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung haben. Sie soll als Vorbild für andere Städte dienen und mit ihren Projekten Anregungen für neue innovative stadtplanerische und zukunftsorientierte Konzepte geben.

Die Auszeichnung für das Jahr 2010 geht mit Stockholm an eine Stadt, die für ihre hohen Umweltstandards bekannt ist. Bis heute konnte Stockholm seine Kohlendioxidemissionen im Vergleich zu 1990 um 25% reduzieren. Das entspricht vier Tonnen je Einwohner – zum Vergleich: Jeder Deutsch verbraucht durchschnittlich elf Tonnen CO2 im Jahr. Und Stockholm hat sich weitere ehrgeizige Ziele gesetzt. Mit der „Vision Stockholm 2030“ wurde eine umfassende und langfristige Perspektive für nachhaltiges Wachstum und nachhaltige Entwicklung entworfen. Bis 2050 will die Stadt zudem vollständig auf fossile Brennstoffe verzichten. Diese Ziele treffen auf eine Breite Akzeptanz in Stockholm. „Die ganze Stadt ist an der Auszeichnung beteiligt. Die Stadtverwaltung und sämtliche Unternehmen werden eine wichtige Rolle spielen bei der Arbeit, die erforderlich ist, um erste Grüne Hauptstadt Europas zu sein. Privatunternehmen sind an einer Teilnahme sehr interessiert“, erklärt Gunnar Söderholm, Leiter der Umwelt- und Gesundheitsbehörde der Stadt Stockholm.

Vor allem auf dem Gebiet der ökologischen Stadtentwicklung zeigt Stockholm eine Vorreiterrolle. Der Vorzeigestadtteil Hammarby Sjöstad ist da nur der Anfang. Das Modellprojekt Hammarby zeigt wie man mit einer guten Infrastruktur, gepaart mit moderner Architektur, einer integrierten Landschaftsplanung, guter Dämmung der Häuser und Nutzung erneuerbarer Energien umweltgerecht bauen kann. Dazu zählen auch ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz, die Verwertung des Restmülls zur Erzeugung von Fernwärme für das Viertel und die Gewinnung von Biogas aus den Abwässern. Derzeit baut Stockholm zwei weitere ökologisch ausgerichtete Wohngebiete, bei denen ihr die mit dem Öko-Stadtteil Hammarby Sjöstad gewonnenen Erfahrungen zugute kommen.

Im Jahr 2011 wird übrigens Hamburg „Europas Grüne Hauptstadt“ sein.



Weitere Lifeguides:
Bremen-Online co2-online