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Umgang mit Krankheit
Wellness, Fitness und Erfolg sind heute angesagt, Krankheit und Schmerz oder gar Tod passen nicht zum modernen Lifestyle, ja es ist geradezu peinlich darüber zu sprechen. Mit der Aufwertung von Gesundheit ist oft eine Abwertung von Krankheit verbunden.
Dennoch: ca. 8 Mio. Bürger in Deutschland sind körperbehindert, 7 Mio. Menschen leiden unter chronischen Schmerzen, 2.5 Mio. tragen ein Hörgerät, 1.6 Mio. sind in
psychischer Behandlung. Es gibt etwa 5 Mio. Fälle von Neurodermitis, 6 Mio. leiden an Diabetes, 4 Mio. an Rheuma, usw. Dazu kommen die Krebserkrankungen, Magen-Darmerkrankungen, Herz-Kreislaufkrankheiten...
Die Diskrepanz zwischen objektiver, d.h. medizinisch diagnostizierter, und subjektiver Gesundheit ist bekannt. Schwer kranke Menschen können sich sehr gesund fühlen, ebenso wie gesunde Menschen, bei denen trotz aller Untersuchungen keine Krankheit vorliegt, sich subjektiv krank fühlen können.
Der Mediziner spricht vom "Kampf gegen die Krankheit". Doch sollte man dabei nicht übersehen, dass Kranksein auch die Chance der Selbstreflexion in sich birgt und der bewussten Auseinandersetzung mit seinem eigenen oder dem Leben Anderer, bzw. dem Miteinander-Leben. Nicht zuletzt lernt der Mensch seine wiederhergestellte Gesundheit vielleicht besser zu schätzen.
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